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Generative KI als „Noisy System“: MUC.DAI auf internationaler Fachkonferenz
Bei der Konferenz „Noisy Systems“ in Rom diskutierten Mariya Dzhimova und Dr. Benedikt Zönnchen das Thema Rauschen in künstlerischer Praxis, Engineering und generativer KI.
25/06/2026
Am 4. und 5. Juni 2026 fand an der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom die internationale Konferenz „Noisy Systems: Aesthetics, Epistemology, and Computation“ statt.
Die Veranstaltung widmete sich dem Begriff des Rauschens aus Perspektiven der Machine-Learning-Forschung, Critical AI Studies, Medien- und Kunstgeschichte, Philosophie sowie künstlerischer Praxis.
Mariya Dzhimova von MUC.DAI nahm gemeinsam mit Dr. Benedikt Zönnchen an der Konferenz teil. In ihrem Vortrag „Translating Noise: The Social Construction of Indeterminacy in Art, Engineering, and Generative AI“ untersuchten sie, wie Rauschen in künstlerischer Praxis, Engineering und generativer KI verstanden, übersetzt und bewertet wird.
Ausgangspunkt des Vortrags war die These, dass Rauschen nicht an sich kreativ oder störend ist. Vielmehr wird es erst innerhalb institutioneller Ordnungen als Ressource oder Fehler lesbar. Während Rauschen in künstlerischen Kontexten etwa als Strategie der Irritation, des Experiments oder der Kritik auftreten kann, wird es in technischen Systemen meist nur dann produktiv, wenn es kontrollierbar, optimierbar und „denoisable“ bleibt.
Darüber hinaus diskutierten Dzhimova und Zönnchen generative KI als ein „noisy system“, das die Rolle von Unbestimmtheit neu organisiert. Generative KI verwandelt Rauschen nicht nur von einem Fehler in eine produktive Bedingung maschineller Generativität, sondern erzeugt zugleich neue Formen sozialen Rauschens, etwa Halluzinationen, Deepfakes und AI Slop. Diese Phänomene stellen Bereiche wie Wissenschaft, Recht, Medien, Politik und Kunst vor neue Herausforderungen, da sie jeweils neu verhandeln müssen, wann maschinell erzeugte Unbestimmtheit als Fehler, Funktion, Täuschung oder kreatives Potenzial gilt.
Der Vortrag knüpfte damit an aktuelle Fragestellungen des MUC.DAI zur gesellschaftlichen, kulturellen und epistemischen Bedeutung generativer KI an.