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Recap: Erstes Semester "KI-Kompetenzen für die Praxis"
Von der Theorie in die Praxis - Halbzeit geschafft!
20/04/2026
Das erste Semester des Weiterbildungszertifikats "KI-Kompetenzen für die Praxis" ist erfolgreich abgeschlossen. Berufstätige aus den unterschiedlichsten Bereichen - von Technik über Wirtschaft bis Kultur - haben gemeinsam die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz erlernt und praktisch angewendet.
Von Einführung in die KI über Neuronale Netze bis zu KI-Agenten und Prompt Engineering - die Teilnehmenden haben fundierte Grundlagen erarbeitet. Das Besondere: Menschen aus verschiedenen Disziplinen lernen gemeinsam, wie KI fundiert verstanden und verantwortungsvoll eingesetzt wird. Diese Vielfalt bringt unterschiedliche Perspektiven in die Lehrveranstaltungen ein und macht jede Diskussion bereichernd.
Wir haben mit den vier Teilnehmenden Claudia, Markus, Birsen und Julia gesprochen und spannende Einblicke in das erste Semester erhalten.
Stimmen aus dem Kurs
1. Motivation
Warum haben Sie sich für das Zertifikatsprogramm „KI-Kompetenzen für die Praxis" entschieden?
Claudia: Mich hat vor allem die Struktur überzeugt: Der Zeitraum von zwei Semestern bietet die nötige Tiefe, ohne durch ein komplettes Studium den zeitlichen Rahmen zu sprengen. Besonders angesprochen hat mich der Mix aus Präsenz- und Online-Terminen – ich wollte bewusst keine anonyme Fortbildung, sondern persönlichen Austausch.
Markus: Besonders wichtig war mir die Kombination aus praxisnaher Anwendung und theoretischem Fundament, um gezielt Kompetenzen in diesem Zukunftsfeld aufzubauen.
Birsen: Im vergangenen Jahr habe ich das Thema KI beruflich zwar noch als "nice to have" erlebt, doch mit jedem Monat mehr und mehr als "must have". Aktuell führt kein Weg mehr an dem Einsatz von KI vorbei.
Julia: Mich interessiert das Thema KI schon seit längerer Zeit sehr. Die Mail mit der Einladung zur Infoveranstaltung landete zum genau richtigen Zeitpunkt in meinem E-Mail-Postfach. Ich habe direkt an der ersten Online-Infoveranstaltung teilgenommen und war so begeistert von den Inhalten, dass ich mich gleich danach beworben habe. Perfektes Timing!
Was war der Auslöser, sich gerade jetzt mit KI intensiver auseinanderzusetzen?
Claudia: Mein Ziel war es, die Technologie von Grund auf zu verstehen und sinnvoll anzuwenden, statt nur Trends zu folgen. Da ich mich zum Zeitpunkt des Starts in Elternzeit befand, war dies das ideale Fenster für mich, um mir einen Wissensvorsprung zu verschaffen.
Markus: Aktuell prägt der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz den Wandel in Innovations- und Zukunftsfeldern, weshalb tieferes Wissen und Anwendungskompetenz wichtig ist und an Stellenwert zunehmen wird.
Birsen: Das Thema hat mich schon immer interessiert, doch ich wollte nicht irgendeinen VHS- oder LinkedIn-Kurs dazu machen, sondern diese grandiose Möglichkeit nutzen, mich mit dem Thema KI näher und professionell auseinanderzusetzen – und zwar an einer Hochschule.
Julia: Mir ist klar, dass KI auf mein berufliches Leben Einfluss nehmen wird und ich möchte den Weg offen mitgehen. Deshalb möchte ich KI verstehen: nicht nur das, was man in den Schlagzeilen liest, sondern auch, wie genau KI funktioniert – tiefer begreifen, auch von einem technischen Standpunkt aus.
2. Große Überraschung
Was hat Sie im ersten Semester am meisten erstaunt oder begeistert?
Claudia: Prof. Dr. Marin Zec hat die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmenden sehr gut miteinander vereint. Die Inhalte waren für Nicht-Techniker absolut verständlich, ohne die technisch Vorgebildeten zu unterfordern. Als Teilnehmerin ohne technischen Hintergrund war es spannend zu sehen, wie viel man mit KI-Tools bereits ohne Programmierkenntnisse erreichen kann.
Markus: Besonders begeistert hat mich die klare und tiefgehende Vermittlung der Funktionsweise neuronaler Netze durch Prof. Dr. Zec – dadurch konnten viele offene Fragen aufgelöst werden.
Birsen: Dieses Studium hat mir einen neuen Horizont eröffnet. Marin verfügt über die Gabe, komplexe Inhalte einfach zu vermitteln – und zwar in eine sehr heterogene Gruppe mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen. Das ist die Kunst des Lehrens.
Julia: Dass das Zertifikatsstudium direkt so gut angenommen wird und wir eine so große und interaktive Gruppe sind. Eigentlich ist das bei dem Thema nicht überraschend, aber es war dennoch sehr schön zu sehen.
Gab es einen "Aha-Moment" oder sogar Momente, die herausfordernd waren?
Claudia: Mein größter Aha-Moment: Man muss nicht programmieren können, um KI-Innovationen im Unternehmen voranzutreiben. Mir hat es viel Selbstvertrauen gegeben, weil ich jetzt die Technik hinter den Modellen verstehe und besser weiß, wie ich die Systeme nach meinen Zielen steuern kann.
Markus: Die eigenständige Erstellung eines automatisierten Workflows stellte die Herausforderung dar, da sich die Umsetzung der Idee komplexer gestaltete als angenommen. Der Lerneffekt war entsprechend hoch.
Birsen: Aha-Momente gab es viele, ein besonderer war, als ich gelernt habe, dass man ganze Workflows – unterschiedlichste Schritte in einem Prozess mit mehreren Modulen und KI-Anwendungen – umsetzen kann. Das war auch gleichzeitig die Herausforderung für mich.
Julia: Für mich als Geisteswissenschaftlerin war es das erste Mal in einem interdisziplinären Studiengang mit Informatiker:innen und Ingenieur:innen. Die Art zu denken und Fragen zu stellen ist anders gestaltet – und das fand ich sehr spannend und bereichernd.
3. Interdisziplinarität & Synergien
Wie haben Sie die Interdisziplinarität erlebt?
Claudia: Ich fand die Interdisziplinarität und auch den Austausch mit der Gruppe innerhalb der verschiedenen Gruppenarbeiten sehr interessant. Während der Vorlesungen hat man anhand der Fragestellungen gleich erkannt, welche Teilnehmer:innen einen technisch geprägten Background haben. Die wollten es oftmals ganz genau wissen… Die Mischung aus unterschiedlichen Fachrichtungen hat Diskussionen sehr lebendig gemacht – wir haben alle voneinander profitiert.
Markus: Die Interdisziplinarität finde ich als Teamerlebnis sehr bereichernd, um die eigenen Denkmuster aufzubrechen – gleichzeitig ist es eine großartige Gelegenheit sich zu vernetzen.
Birsen: Gerade die bunte Mischung der Gruppe hat es für mich sehr interessant gemacht. Ich habe gesehen, wie unterschiedlich alle mit dem Thema umgehen, was jede Person an Erfahrung einbringt und wie unterschiedlich die Umsetzung des Gelernten für uns alle ist.
Julia: Ich empfinde eine solche Vielfalt als sehr bereichernd, weil man so die Möglichkeit hat, aus der Comfort Zone zu treten und neue, bisher unbekannte Sichtweisen kennenzulernen.
Konnten Sie Ihre eigene berufliche Expertise einbringen?
Claudia: Am Semesterende durften alle Teilnehmenden ihre Ergebnisse präsentieren. So hatte man Einblicke in völlig unterschiedliche Anwendungsfelder – von beruflichen Optimierungsideen bis hin zu kreativen privaten Projekten.
Markus: Besonders beeindruckt hat mich der souveräne Umgang mit Daten durch Teilnehmende aus dem IT-Sektor. Aufgrund meines Bezugs zur Regelungstechnik bringe ich hingegen ein systemorientiertes Denkmuster mit.
Birsen: Interessante Perspektiven habe ich durch die Modularbeiten von uns allen gesehen. Wer welches Thema wie umgesetzt hat – auf Ideen, auf die ich in meinem "Dunstkreis" nicht gekommen wäre.
Julia: Ich konnte einen KI-Agenten bauen, der danach den Weg in meinen Arbeitsalltag gefunden hat – und mich beim Bau von der Kreativität meiner Mitstudierenden inspirieren lassen.
Gab es interessante Perspektiven oder Synergien?
Claudia: Mich hat überrascht, wie schnell wir von rein technischen Fragen bei ethischen und gesellschaftlichen Aspekten gelandet sind. In Bezug auf die Frage "Fallen durch KI Jobs weg?" war die Mehrheit optimistisch, aber es gab durchaus auch berechtigte kritische Stimmen.
Markus: Der intensive Austausch war sehr inspirierend, da durch die Offenheit gegenüber Neuem eine sehr positive Gruppendynamik entstand. Insbesondere die Abschlusspräsentationen zeigten, wie kreativ die Ideen und deren Umsetzung waren.
Birsen: Ich fand die Abschlusspräsentation der Modularbeit sehr interessant – was andere gemacht haben. Da waren tolle Ideen und Projekte dabei.
Julia: Ich fand es überraschend, dass nicht alle dem Thema KI optimistisch gegenüberstehen, sondern dass es auch pessimistischere Haltungen gibt, über die man aber sachlich und offen diskutieren konnte. Das war super spannend!
Vielen Dank an alle Teilnehmenden für das Gespräch und die wunderbaren Insights!