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KI hebt ab – HM Forschungsprojekt EILT entwickelt intelligente Windvorhersage für urbane Luftmobilität
16/12/2025
Autonomes Fahren ist längst keine Zukunftsvision mehr. In Städten wie San Francisco oder Los Angeles rollen bereits fahrerlose Taxis durch die Straßen. Und nicht nur am Boden verändert Künstliche Intelligenz (KI) die Mobilität, auch in der Luft eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Wie KI den sicheren und nachhaltigen Betrieb von Luftfahrzeugen in städtischen Gebieten unterstützen kann, untersuchte das jetzt erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekt „Einflussreduzierte innerstädtische Lufttransport-Technologie (EILT)” an der Hochschule München.
Im Fokus stand eine zentrale Herausforderung urbaner Luftmobilität: turbulente und schwer vorhersehbare Windverhältnisse in Großstädten. Drohnen und Air Taxis müssen dort häufig in Bodennähe operieren, ein Bereich, in dem Auf- und Abwinde sowie Turbulenzen die Flugsicherheit beeinträchtigen und den Energieverbrauch erhöhen können. Genau hier setzt die KI-gestützte Windvorhersage des EILT-Projekts an. Sie soll helfen, kritische Windfelder frühzeitig zu erkennen, sichere Flugrouten zu planen und die Effizienz der Flüge zu steigern.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Knoll, Prof. Dr. Gudrun Socher und Prof. Marion Kießling arbeiteten die Fakultäten für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik (FK03), Informatik und Mathematik (FK07)/MUC.DAI und Design (FK12) eng zusammen. Gemeinsam entwickelten sie Methoden, um urbane Turbulenzen zu simulieren, automatisiert Gefahrenzonen zu identifizieren und diese mithilfe modernster Visualisierungstechniken greifbar zu machen, unter anderem durch Virtual-Reality-Darstellungen und interaktive Displays.
Unterstützt wurde das Projekt durch die Industriepartner f.u.n.k.e. AVIONICS GmbH und Reiser Simulation and Training GmbH. Den Höhepunkt bildete eine Flugtestkampagne, bei der die KI-gestützte Windvorhersage in einen Full-Flight-Simulator integriert wurde, der weltweit Erste dieser Art. Erfahrene Testpiloten bewerteten dabei den Realismus und Nutzen der Simulation.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: KI kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die urbane Luftmobilität sicherer, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Präsentiert werden die Resultate im kommenden Jahr auf der AIAA-Konferenz in Orlando sowie auf der AAAI-Konferenz in Singapur.
Das Projekt EILT zeigt eindrucksvoll, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Hochschule München, von Ingenieur- bis Designfakultät, gemeinsam mit der Industrie innovative Lösungen hervorbringt, die das Fliegen von morgen prägen könnten.